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Der Film

 

 

Marceline

Eine Frau. Ein Jahrhundert

 

        

Ich bin nun mal eine Rebellin!“

 

„Une vieille dame intranquille“ – „eine unruhige alte Dame“ wurde sie in Frankreich genannt: Marceline Loridan-Ivens, französische Filmemacherin, Schriftstellerin, radikale Chronistin, Auschwitz-Überlebende und langjährige Wegbegleiterin des revolutionären holländischen Dokumentarfilmers Joris Ivens. Ihr ganzes Leben hat sie vehement kritische Filme gedreht, u.a. in Algerien, im Vietnam-Krieg und in China.

88 ist sie, als ich sie 2016 das erste Mal in Paris besuche. Sie serviert Wodka und Hering....

Wir sprechen über das Leben.

Fünfzehn war sie, als sie 1944, zusammen mit ihrem Vater nach Auschwitz deportiert wurde. Als er umkam, hörte sie auf zu wachsen.  Ihr Leben lang behält sie den Körper einer 15-jährigen: 1,50 m und  Schuhgröße 33.

Es ist so unglaublich, zu leben,

wenn man Ausschwitz entkommen ist!“

Wir sprechen über die Liebe. Marceline hat gerade ihr drittes Buch beendet. L'amour aprés - Die Liebe danach (Paris 2019) ist die mutige Reflexion einer fast 90-jährigen über ihren Körper, ihre Weiblichkeit und die Fähigkeit, wieder lieben zu lernen nach der Erfahrung der totalen Entmenschlichung im Lager.

Ein 'weibliches Manifest' nennt sie es. Und möchte der jüngeren Frauen-Generation von heute damit Mut machen zu mehr Selbstbekenntnis.

 

 

Wir sprechen über Politik und über die Deutschen: Marceline hat ihnen nicht verziehen; und nun ist sie es, die mir Fragen stellt über das Deutschland von heute, - Angela Merkel, die Grünen, den Rechtsradikalismus, die Afd: alles möchte sie genau wissen.

Zwei Jahre nach dieser Begegnung ist ein gemeinsamer Film entstanden. Als ich ihr im August 2018 den Rohschnitt zeige, gibt es wieder Wodka.

Zwei Wochen später fliege ich nach New York. Auf meinem Rückflug erreicht mich die Nachricht ihres Todes. Es ist der 18. September 2018: Jom Kippur, der höchste jüdische Feiertag. Der Tag der Versöhnung. 

Ich sehe sie noch im Türrahmen ihrer Wohnung in St. Germain stehen nach unserer letzten Begegnung: Eine sehr kleine, zarte Frau in schwarz. Sie schaut mir hinterher, während ich im Aufzug verschwinde. Die flammendroten Haare stehen an diesem Tag in alle Richtungen. Wie Pumuckel denke ich... - Als ich mich nochmals umdrehe, lächelt sie - sehr müde, sehr glücklich.

"Du darfst niemals Angst haben.

Wenn Du Angst hast, bist Du verloren!"

sagt sie am Anfang unseres Filmes.

Zu Marcelines Beerdigung auf dem Friedhof Montparnasse erscheinen Tausende… - unter ihnen vor allem unendlich viele junge Leute, mit denen sie bis zum Schluss Joints geraucht, Wodka getrunken und über Politik diskutiert hat.

Marceline war eine der wenigen Überlebenden der fast 80.000 aus Frankreich deportierten Juden. Nur 2.500 kamen nach 1945 von dort zurück. Mit ihren 90 Jahren war sie eine der allerletzten Zeugen, die noch von dort berichten konnten...

 

„Alles bei mir nimmt seinen Ausgangspunkt in Birkenau:

Dort habe ich begonnen, die Welt zu durchschauen.

Birkenau ist meine Universität.”

 

 

directors statement

Als ich vor über drei Jahren beim Durchblättern der Süddeutschen Zeitung zufällig auf Marcelines Fotos stieß, war ich sofort gefesselt von ihrem unnachgiebigen Blick und der scheinbaren Alterslosigkeit dieser rotlockigen Dame. 

Ein Gesicht wie eine beredte, durchfurchte Landschaft. Und Hände, die offensichtlich gelebt und viel in Angriff genommen haben.

Erst auf den zweiten Blick stieß ich auch auf ihre große Melancholie.

 

Was mich an Marceline als Film-Protagonistin reizte, war, diesem Bogen von der lange verstummten Überlebenden zur politischen Aktivistin aufzuspüren. Und dabei herauszu-finden, wie sie ihre Sprache und Identität im Filmemachen (wieder) findet. Und auch mit 90 Jahren nichts von ihrem unbedingten Lebenswillen und ihrer politischen und intellektuellen Schlagkraft verloren hat: Eine unbändige Lebenslust und entwaffnende Heiterkeit, verbunden mit einer abgrundtiefen Skepsis, Unversöhnlichkeit und bodenlosen Traurigkeit.

 

Joris und ich reisten durch die Welt,

wir machten Filme, wir träumten von der Zukunft. 

Wir dachten sogar, wir hätten Einfluss auf die Geschichte.

Das ist ein eigenartiges Gefühl,

wenn man 'ein Stück' gewesen ist

in Birkenau .“

 

 

MARCELINE. EINE FRAU. EIN JAHRHUNDERT ist ein intimer, nachdenklicher Film über eine ungewöhnliche Frau und unbestechliche, letzte Zeugin des 20. Jahrhunderts.

Es ist auch ein Film über das Filmemachen, ein Film über das Überleben durch das Filmemachen, ein Film über eine außergewöhnliche Liebe und Film-Partnerschaft und ein Film über große politische Träume und Desillusionen.

 

Unsere Partner

MARCELINE. EINE FRAU. EIN JAHRHUNDERT ist eine französisch-holländische Coproduktion mit Unterstützung

  • der Fondation de la Shoah, Paris
  • der Lachnitz Fikson Stiftung, Berlin
  • der DEFA Stiftung
  • CNC, PROCIREP
  • France3, Avrotros, SVT, SF und SRT

 

Projektstatus & crowdfunding

Die 52‘ Minütige Fernsehfassung von MARCELINE. EINE FRAU. EIN JAHRHUNDERT hatte im Oktober 2018 in Paris ihre Premiere.

Nun wollen wir die Langfassung von ca.80' min. mit weitgehend unbekanntem Archivmaterial für internationale Festivals, sowie Vorführungen in Schulen, Universitäten und jüdischen Einrichtungen, und der Möglichkeit einer Kino-Fassung fertig schneiden.

Das Budget für für den Schnitt und die Postproduktion haben wir schon zusammen.

Nun brauchen wir noch einen kleinen, aber essentiellen Teil, damit die Finanzierung geschlossen werden kann und wir vor allem das bereits adquirierte Geld nicht verlieren!

Um das einzigartige, aber teure Archivmaterial, zu dem wir jetzt exklusiven Zugang haben, nutzen zu können, brauchen wir eure Unterstützung:

  • Marceline im französischen Gefängnis St. Anne in Südfrankreich, der ersten Stufe ihrer Deportation, das sie 2010 nochmals besucht
  • Marceline im Gespräch mit ihrer lebenslangen Vertrauten und Mitgefangenen in Birkenau, der französischen Politikerin Simone Veil
  • Marceline bei Simon Veils Staatsbegräbnis; sie wird von Emmanuel Macron begrüsst
  • Marceline, mit weit über siebzig bei der Arbeit am Drehbuch zu ihrem Film: ‚Birkenau und Rosenfeld‘, den sie on location in Ausschwitz drehen konnte und den weiblichen Deportierten gewidmet hat
  • Marceline im China nach der Kulturrevolution, auf den Spuren des neuen China, das sich dann als so große Illusion herausstellte
  • Marceline mit Joris Ivens an vorderster Front im Vietnam-Krieg bei den Dreharbeiten zu La 17-ième parallèle, ihrem Film über den vietnamesischen Widerstand.

Alle diese Stationen hatten in der Fernsehfassung keinen Platz.

 

SO KÖENNT IHR UNS UNTERSTÜETZEN

Bis Ende April muss die Langfassung fertig werden. Deswegen haben wir nicht viel Zeit:

bis zum Anfang März muss die Finanzierung stehen!

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie/ihr die letzten Schritte der endgültigen Fassung des Filmes mit uns gehen und als Marcelines Komplizen mit ins Boot kommen würdet!

Wir freuen uns über jeden Beitrag!

Und ein Wiedersehen bei der Premiere... Auf einen Wodka mit Marceline!

 

 

Die Initiatioren

SWEET.SPOT.DOCS - welovedocumentaries/ Vertrieb

Cordelia Dvorák & Team

 

 

* Wir behalten uns vor, unsere Unterstützer/innen zu prüfen und gegebenenfalls vom Vertrag mit einem Unterstützer zurückzutreten.

 

Bereits abgelaufen!
4.775,50 € 107 % von 4.480,50 € Ziel
14 Unterstützer
Erfolgreich finanziert!

Dieses Projekt erreichte bis zum 10.03.19 MEZ die benötigte Summe und konnte in 24 Tagen finanziert werden.

Gegenleistungen

  • ab 25,00 €
    Ein spezieller Dank in unseren Social-Media Kanälen *
    Wir freuen uns, Dich/Euch bei unseren nächsten posts zu weiteren Stationen von 'MARCELINE. EINE FRAU. EIN JAHRHUNDERT' namentlich zu erwähnen!
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    Einladung zur Premiere, credit im Abspann und ein Glas Wodka auf Marceline!
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500,00 €

Rainer Bender
Sindelsdorf, Deutschland
 

500,00 €

Ursula Eibl
Sindelsdorf, Deutschland
 

 

Uta und Frank Pauli
Berlin, Deutschland
Backer Picture

 

Cordelia Dvorák
Berlin, Deutschland
 

 

Kirsten & Lukas Pauli
Berlin, Deutschland

Video

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