Foto einer Vision

 

 

 

„Ich wusste, dass es meine Aufgabe war, etwas dafür zu tun, dass diese verschwundene Welt nicht ganz der Vergessenheit anheimfallen würde“, schrieb Roman Vishniac im Vorwort zu seinem Fotoband A Vanished World (New York 1983). Wie viel Unbewusstes, Ungewusstes tragen wir – persönlich oder kollektiv – auf inneren Schultern durch die Zeit? Wie viele solcher dem Vergessen entrissenen Leerstellen könnten zu Lehrstellen einer Verständigung werden? Wie ist die Vergangenheit im Heute präsent und wie beeinflusst sie uns?

 

       

       Lili Sheer, Recipes (2019)                                                     Jessica Ostrowic, Wailing Wall (2016)

 

Einer biographisch-narrativen Spurensuche widmet sich die Ausstellung Family Business und versammelt die Werke von dreizehn internationalen Künstler*innen, welche die jüdische Geschichte ihrer Familie oder ihrer Herkunft thematisieren und zugleich weit darüber hinausgehen. Dabei treffen auch einander scheinbar ausschließende Narrative verschiedener politischer Systeme in Form von gelebter Geschichte aufeinander. Was haben beispielsweise die Großmütter in Frankreich, in New York oder in Moskau über verschiedene historische Momente zu erzählen? Haben diese etwas gemeinsam oder verbindet sie nur der Wunsch der Enkel, zuhören zu wollen und festzuhalten, was als nicht eindeutig fixierbar erscheint?

Lebensgeschichtliche Dokumente, biographische Rekonstruktionen und auch Fiktionen rufen die unbegreiflichsten menschlichen Schicksale wach und werden zur Quelle künstlerischer Kreativität und Auseinandersetzung. In einer Zeit, in welcher die Jagd nach Effekten auf der gelackten Bahn der Oberflächlichkeit eine Tradition des Geschichtenerzählens und eine Tiefe des Empfindens verunmöglicht, zeigt sich solch narratives Erinnern in immer neuem Gewand, um auf seine Brisanz hinzuweisen.

 

                 Olaf Kühnemann, Arlesheim Living Room (2008)

 

Die Künstler*innen der Ausstellung setzen ihre Mittel und Medien (Fotografie, Malerei, Objektkunst, Installation, Film, Klang, Collage, Performance) intelligent wie poetisch ein und animieren zum Hinschauen, Hinhören, Nachdenken. In ihren Soli wie im Zusammenspiel möchte die Ausstellung Identität und Integrität befragen, Empathie und Verstehen dort einfordern, wo Begreifen unmöglich scheint. Die entfaltete Wirkkraft möchte Geschichte und Geschichten nahebringen, sie ins Jetzt und Morgen wirken lassen. Erinnerungsarbeit wird hier zum integrativen Prozess, bei dem Sinne, Denken und Fühlen zusammenwirken und der Künstler*innen wie Rezipient*innen gleichermaßen einschließt und fordert.

Ihre Suche führt die Künstler*innen aus ihren verschiedenen Wohnorten in die Welt – etwa nach Polen, Deutschland, Österreich, Frankreich, ins Vereinigte Königreich, in die USA oder nach Argentinien –, sie verfolgen verloren geglaubte Spuren, finden Antworten und neue Fragen: Wie wirken verschiedene Vergangenheiten in eine komplexe Gegenwart? Was geschieht mit anerzogenen Narrativen, was, wenn diese bestärkt oder gebrochen werden? Wie dehnbar und vielschichtig können strapazierte, vage Begriff wie jene von Identität oder Heimat sein?

Diese Ausstellung über eine Kunst des Erinnerns, Eingedenkens und Weiterdenkens versteht sich als maßgeblichen Beitrag zu einer Kultur des Friedens, weltweit.

 

   

   Anna Schapiro: THERE IS NO, 2019                                                                 Karolyn Morovati, Melodic Mountain (2019)

 

Künstler*innen Arnold Dreyblatt, Paula Elion, Olaf Kühnemann, Karolyn Morovati, Jessica Ostrowicz, Dodi Reifenberg, Miguel Rothschild, Nicola Rubinstein, Anna Schapiro, Maya Schweizer, Belle Shafir, Lili Sheer, Simcha Shirman.

 

* Wir behalten uns vor, unsere Unterstützer/innen zu prüfen und gegebenenfalls vom Vertrag mit einem Unterstützer zurückzutreten.

 

 

 

 

"I knew it was my job to do something to ensure that this vanished world would not fall completely into oblivion," wrote Roman Vishniac in the foreword to his photo book A Vanished World (New York 1983). How much unconscious, unknown do we carry - personally or collectively - on our inner shoulders through time? How many of these voids could, once torn from oblivion, evolve into learning opportunities of communication? How is the past present in the present and how does it influence us?

 

       

       Lili Sheer, Recipes (2019)                                          Jessica Ostrowic, Wailing Wall (2016)

 

The exhibition project Family Business aims to undertake a biographical and narrative search for the traces by gathering the work of thirteen international artists who refer to the Jewish history of their family or their origins and at the same time go far beyond it. Apparently mutually exclusive narratives of different political systems in the form of lived history meet. For example, what do grandmothers in France, New York or Moscow have to tell about different historical moments? Do they have anything in common or is it only the desire of their grandchildren to want to listen and record what seems to be unambiguously fixable?

Life historical documents, biographical reconstructions and even fictions evoke the most incomprehensible human destinies and become a source of artistic creativity and debate. In a time in which the hunt for effects on the varnished path of superficiality makes a tradition of storytelling and a depth of feeling impossible, such narrative remembrance shows itself in ever new forms in order to point out its actuality.

 

                 Olaf Kühnemann, Arlesheim Living Room (2008)

 

The artists of the exhibition use their means and media (photography, painting, object art, installation, film, sound, collage, performance) intelligently and poetically and animate the process of seeing, listening and thinking. In its singular parts as well as in interplay, the exhibition intends to question identity and integrity by demanding empathy and tolerance where mere understanding seems impossible. Unfolding forces should bring stories and history closer in order to influence the presence and future. Work on recollection thus becomes an integrative process, in the sense that thinking and feeling cooperate and concern both artists and viewers/recipients.

Their search leads the artists from their various places of residence into the world - to Poland, Germany, Austria, France, the United Kingdom, the USA or Argentina, for example - they pursue traces they believe to be lost, find answers and new questions: How do different pasts affect a complex present? What happens to educated narratives, what happens when they are strengthened or broken? How elastic and multi-layered can strained, vague concepts such as identity or homeland be?

This exhibition about an art of r remembrance and recollection conceives of itself as a major contribution to a culture of peace, worldwide.

 

   

   Anna Schapiro: THERE IS NO, 2019                                                                 Karolyn Morovati, Melodic Mountain (2019)

 

Artists Arnold Dreyblatt, Paula Elion, Olaf Kühnemann, Karolyn Morovati, Jessica Ostrowicz, Dodi Reifenberg, Miguel Rothschild, Nicola Rubinstein, Anna Schapiro, Maya Schweizer, Belle Shafir, Lili Sheer, Simcha Shirman

 

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1.870,00 € 33 % von 5.595,00 € Ziel
16 Unterstützer
Verbleibende Zeit

Erhält das Projekt bis zum 19.01.2020 12:07:13 MEZ mindestens 5.595,00 € wird es finanziert. Ansonsten erhältst du dein Geld zurück.

Gegenleistungen

  • ab 10,00 €
    Kostenloses Katalogexemplar *
    Der/die UnterstützerIn erhält ein kostenloses Exemplar der Ausstellungsbroschüre.

    Free Copies of Catalogue *
    Each sponsor receives a free copy of the exhibition catalogue.
    jetzt unterstützen 46 von 50 verfügbar
  • ab 75,00 €
    Atelierbesuch *
    Zusammen mit den Kuratorinnen der Ausstellung werden ausgewählte Ateliers der teilnehmenden KünstlerInnen in Berlin besucht.

    Studio Visit *
    Together with the curators, selected studios of the participating artists from Berlin can be visited.
    jetzt unterstützen 3 von 5 verfügbar
  • ab 100,00 €
    Exklusive Führung durch die Ausstellung (max. 10 Pers.) *
    Die Kuratorinnen der Ausstellung bieten exklusive Führungen auf Deutsch, Englisch oder Hebräisch an.

    Exclusive Tour through the Exhibition (max. 10 Pers.) *
    The curators of the exhibition offer exclusive guided tours in German, English or Hebrew.
    jetzt unterstützen 45 von 50 verfügbar
  • ab 500,00 €
    Sponsorennennung *
    UnterstützerInnen können auf Wunsch namentlich oder mit Logo als Förderer der Ausstellung im Katalog, auf der Wandtafel und auf den Einladungskarten genannt werden.

    Listing as Sponsor *
    Sponsors can be credited as supporters with their name and/or logo in the catalogue, on the wall text panel and on the invitation cards.
    jetzt unterstützen 5 von 5 verfügbar
 

 

Barbara Barsch
Berlin, Deutschland
 

 

Matthias Zwarg
Chemnitz, Deutschland
 

100,00 €

Jens Milde
Berlin, Deutschland
 

 

Axel Hübler
Chemnitz, Deutschland
 

 

Aegidius Schuster
Poxdorf, Deutschland

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