loading

Schuhe machen Leute – you are what you wear 2.0

 

[Wolfchucks von Louie Gong] 

Filmrelease, Follow-up-Workshop und Expert/innendiskussion

 

2010 bekam ich einen überraschenden Anruf vom US-Konsulat in Leipzig, dass ich ausgewählt sei, an einer dreiwöchigen Reise in die USA teilnehmen zu dürfen. Die Reise sei im Rahmen des IVLP (International Visitor's Leadership Program) organisiert. Schwerpunkt sei "multikulturelle Gesellschaft und Jugend".  Ich konnte es nicht fassen, arrangierte eine Betreuung für meinen Sohn und schaute mir erstmal eine Landkarte der USA an und staunte, wie weit die Orte, die ich besuchen sollte, voneineinander weg lagen.

Dann ging es los, und drei Wochen lang lernte ich teilweise 5-10 neue, nette Leute pro Tag kennen, studierte die Kommunikations-unterschiede, sah mir vieles an, fotografierte wie wild und saugte einfach alles auf.

Highlight der Reise war unbestritten Seattle - eine Stadt, Leipzig gar nicht so unähnlich, wo man unglaublich guten Lachs kaufen kann. Und wo ich Louie Gong kennen lernte. Louie trafen wir im Casino einer rezervation. Louies Herkunft ist interkulturell; chinesisch, nooksack (ein native american tribe), französisch, schottisch usw. usf.) Er arbeitete damals bei einer NGO namens MAVIN foundation. Es geht bei MAVIN darum, bikulturelle Menschen zusammenzufassen und die Herausforderungen besser zu meistern, aber auch die Ressourcen besser zu bündeln, die Menschen mit unterschiedlichen Identitäten vereint.

[Louie Gong and Anja Treichel auf dem MDR-Hochhaus

 

Louie hatte viele Jahre als Aktivist verbracht; redete und redete, hielt Vorträge, schrieb Texte über seine Erfahrungen mit Menschen, die ihn unbedingt in eine ihrer Kategorien einordnen wollten. "Bist du Latino? der Araber? Oder was bist du denn?" Es fand es schwer, die Menschen dazu zu bewegen ihm zuzuhören.

Eines Tages kam er aus Langeweile auf die Idee, ein Paar weiße Vans mit einem Textilstift zu bemalen. Das Ergebnis überraschte nicht nur ihn, auch in seinem Freundeskreis waren viele begeistert - woraus eine am Ende professionelle Beschäftigung entstand. Mit Hilfe der Schuhe und der darauf befindlichen Symbole seiner verschiedenen Herkunftskulturen konnte er plötzlich seine Botschaften viel leichter unter die Leute bringen. Er begann Workshops mit Jugendlichen zu machen, in denen jeder Jugendliche sein individuelles Paar VANS-Schuhe gestaltet.

[Die Workshopteilnehmer 2012 in der VILLA]  

[Die Workshopteilnehmer 2012 und Stojan Gugutschkow, Integrationsbeauftragter der Stadt Leipzig, im Rathaus]


Zeitgleich hatten wir hier in Leipzig ein Projekt für Jugendliche mit Migrationshintergrund entwickelt, in dem die Erstellung eines Produktes - z.B. eines Hörspiels, einer Radiosendung etc. dazu diente, Selbstbewusstsein zu entwickeln, die eigene Herkunft als Schatz zu begreifen und sich in die Gesellschaft einzubringen, ohne Teile der eigenen Identität wegwerfen zu müssen. Da die Ziele und Inhalte der Workshops sehr ähnlich waren, kamen wir im Austausch mit Louie auf die Idee, dass man die Workshops einfach zusammenschmeißen könnte. Wenn man nur jemanden finden würde, der so etwas finanzieren würde!

Zu einem Feedbackgespräch ins Konsulat eingeladen, wurde ich gefragt, ob ich meinerseits jemanden der Leute, die ich dort getroffen habe, einladen möchte. Ich zögerte nicht lange. So kam es, dass Louie im Rahmen der Wochen gegen Rassismus 2012 zu uns nach Leipzig kam, finanziert durch das US-Konsulat und das Referat für Migration und Integration der Stadt Leipzig. Zusammen mit Mitarbeiter/innen eines ehemaligen Projektes (2007-2010) "3-2-1-Mut! Empowermenttrainings für Jugendliche mit Migrationshintergrund" gestaltete Louie mit Jugendlichen aus mehreren Leipziger Schulen einen Workshop.

Der Verlauf der Workshops, aber auch Reflexionen von Louie und anderen Protagonist/innen wurden von Javier Santos, Alvaro Armas und Damian Canteros mit der Kamera begleitet: Eine Super-Low-Budget-Produktion mit einer Foto-Kamera und einem Aufnahmegerät von Radio BLAU, aber um so größerem Enthusiasmus. An umstrittenen und symbolträchtigen Orten wie dem Völkerschlachtdenkmal, dem mdr-Hochhaus, der Spinnerei, der Sachsenbrücke und in der VILLA, wo der Worskhop stattfand, spricht Louie über seine Kindheit und Jugend, die Workhopteilnehmer/innen versuchen sich auf Deutsch auszudrücken, die ersten Schuhe werden vorsichtig gestaltet..

[Das (zum Großteil ehrenamtliche) Team des Verbandes binationaler Familien, Bruce Armstrong von der US-Botschaft Botschaft Berlin sowie Teta Moehs vom US-Konsulat Leipzig]

[Das Filmteam: Kameramann Damian Canteros, Louie Gong, Anja Treichel, Javier Santos (Regie), Alvaro Armas (Ton)]

 

In diesem Jahr zu den Wochen gegen Rassismus wird Louie wiederkommen und bei der Premiere des Films und weiteren Veranstaltungen dabeisein:

 

Premiere des Dokumentarfilmes, Filmgespräch und Premierenfeier in der Cinematheque in der naTo am 22.03.2012

 

Follow-up mit den Jugendlichen, die 2012 am Workshop teilgenommen haben, im Rahmen einer eintägigen Veranstaltung am 21.3. Es wird thematisiert, wie die Jugendlichen aus heutiger Sicht den Workshop reflektieren, wie sie sich entwickelt haben usw. Louie Gong  wird zusammen mit Siri Pahnke und Tom Bailey, Empowermenttrainer/innen des Verbandes, den Workshop leiten.

 

Aufführung des Films und Multiplikator/innenworkshop „Art is less threatening than words“: Die Rolle von Kunst und Kultur bei der Initiierung gesellschaftlicher Veränderungen am 23.03.2013, im LURU-Kino. Der Workshop soll einen Austausch zwischen Künstler/innen, die mit gesellschaftlichen/politischen Themen beschäftigt sind, und Akteur/innen aus dem Bereich von NGOs, Migrantenorganisationen und Aktivist/innen aus dem politischen Bereich anregen. Ausgangspunkt ist die Frage, auf welche Weise wichtige Inhalte erfolgreich vermittelt werden können und welche Rolle Kunst und Kultur dabei spielen können. Botschaften werden eher angenommen, wenn sie auf visuell und ästhetisch angenehme Art vermittelt werden; klassische Meinungsäußerung in Form von z.B. Positionspapieren finden nur schwer den Weg in die Köpfe und Herzen der Menschen.

Das Geld der Unterstützer/innen wird benötigt für:

Flugkosten für Louie (Leipzig-Seattle), Honorare für Louie, für Moderation und Workshopleitung, Mieten für Kinos und Workshopräume, Premierenfeier, Verwaltungskosten, Foto und Dokumentation.

Attraktive Gegenleistungen warten auf die Unterstützer/innen!

 

 

Bereits abgelaufen!
605,00 € 61 % von 1.000,00 € Ziel
7 Unterstützer
Leider nicht finanziert!

Dieses Projekt erreichte die benötigte Summe bis zum 03.04.13 MEZ nicht und konnte in 55 Tagen nicht finanziert werden.

Gegenleistungen

  • ab 20,00 €
    DVD "Schuhe machen Leute - you are what you wear"
    jetzt unterstützen 19 von 20 verfügbar
  • ab 50,00 €
    psycho killer whale print by Louie Gong - rot
    jetzt unterstützen 1 von 2 verfügbar
  • ab 50,00 €
    psycho killer whale print by Louie Gong - schwarz
    jetzt unterstützen 3 von 3 verfügbar
  • ab 100,00 €
    systemisches Coaching für einzelne oder Teams
    jetzt unterstützen 3 von 3 verfügbar
  • ab 100,00 €
    systemische Beratung für einzelne und Paare
    jetzt unterstützen 3 von 3 verfügbar
Backer Picture

150,00 €

Da Ba
Vereinigte Staaten
 

50,00 €

Katrin Schäffer
Offenbach, Deutschland
 

30,00 €

Antje Schäffer
Hannover, Deutschland
 

20,00 €

Heidi Hühnlein
Schneckenlohe, Deutschland
 

20,00 €

Anja Treichel

Video

Widget vertical

 

Widget horizontal