Crowdfunding-Interview: Black Wok

Die Initiatoren von Black Wok kocht in Calais unterstützen mit ihrem Projekt Flüchtlinge in Calais. In unserem Interview für den Staff Pick der Woche erzählen sie, wie das Projekt entstanden ist und warum sie sich für die „Sans Papiers“ einsetzen.

Was ist Black Wok und wie kam die Idee für die „Sans Papiers“ in Calais zu kochen?

Black Wok ist ein Küfa- Kollektiv aus Dresden. Küfa steht für „Küche für alle“ und grenzt sich damit bewusst von dem umgangssprachlichen und üblichen Begriff der „Volksküche“ ab. Black Wok ist eine dezidiert linke politische Küche. Das bedeutet: keine kommerziellen Events dafür aber leckeres veganes Essen z.B auf Demos, politischen Camps oder Soliveranstaltungen.

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Polizisten sichern die Grenze

Die diesjährige Fahrt nach Calais schließt an eine Aktion im Jahr 2012 an, als Black Wok schon einmal nach Calais fuhr um für die Geflüchteten in der französischen Hafenstadt zu kochen. Ein detailliertes Tagebuch findet sich hier.

Der Claim „Wir kochen vor Wut“ erklärt die Motivation, die hinter einer Kampagne wie dieser steckt. Sich zu informieren, zu vernetzen und entschlossen zu handeln wenn die Würde, die Rechte und körperliche Unversehrtheit von Menschen mit Füßen getreten werden und faschistisches Gedankengut in der Mitte der Gesellschaft Anschluss findet, sollte prinzipiell das Anliegen eines jeden mündigen Menschen sein. Die Fahrt nach Calais erscheint vor diesem Hintergrund als ein Mindestmaß an Solidarität, welches junge Aktivist_innen gegenüber Menschen zeigen, die beinahe unsichtbar an den Grenzen der Festung Europa Tag für Tag ihr Leben riskieren und mitunter auch verlieren.

Warum habt ihr euch für Crowdfunding als Finanzierungsmethode entschieden?

Urlauber die auf die Fähre nach England warten

Urlauber die auf die Fähre nach England warten

Das Crowdfunding ist nur Teil einer größeren Kampagne. Auf allen erdenklichen Wegen wird nach Unterstützung für die Calaisfahrt geworben. Neben lokalen Info- und Soliveranstaltungen ist Crowdfunding aber auch eine hervorragende Möglichkeit, um überregional zu Informieren, das Thema in sozialen Netzwerken zu verbreiten und nicht zuletzt den Unterstützer_innen
etwas zurückzugeben.

Warum habt ihr euch für Visionbakery entschieden?

Für Visionbakery wurde sich pragmatisch entschieden weil die Konkurrenzplattform keine sozialen oder humanitären Projekte featured.

Wie läuft es bisher?

Das Crowdfunding läuft nicht besser oder schlechter als erwartet und es herrscht Zuversicht, dass der angegeben Förderbetrag erreicht wird. Es ist erstaunlich, dass relativ wenige Personen die Calaisfahrt supporten; aber ein paar wenige wissen, um was es geht und geben eben ein bisschen mehr.

Was habt ihr bisher gelernt? Welche Tipps würdet ihr zukünftigen Crowdfundern geben?

Als Tipp an dieser Stelle sei anderen Projekten geraten auf eine Mischfinanzierung für ihre Vorhaben zu setzen.

Habt ihr schon Pläne für die Zeit danach?

Polizeistreife

Polizeistreife

Die inhaltlichen und praktischen Vorbereitungen für die Fahrt laufen auf Hochtouren. Es liegt auf der Hand, dass den Aktivist_innen alles andere als ein netter Sonntagsausflug bevorsteht. Die Gesamtsituation hat sich, trotz einer nun sozialistischen Regierung in Frankreich, noch einmal verschärft und es bleibt zu hoffen, dass alle wohlbehalten nach der Woche zurückkehren
werden. Die Geflüchteten in Calais harren hingegen Monate, wenn nicht Jahre unter schlimmsten Bedingungen aus, in der Hoffnung den Kanal nach England irgendwann lebendig überqueren zu können.

Nach der Aktion muss das Erlebte sicherlich erst einmal aufgearbeitet werden, bevor das Dokumentationsmaterial gesichtet und der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden kann. Solange es aber Orte wie Calais gibt, ist auch in Zukunft noch jede Menge zu tun.

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