Erzähl uns kurz etwas zu deiner Dokumentation“700km Harz“.

2017 packte ich meinen Reiserucksack, schnürte meine Trekkingstiefel und begab mich auf eine 700 Kilometer weite Wanderung kreuz und quer durch den Harz. Meistens schlief ich unter freiem Himmel oder baute mein Zelt dort auf, wo ich mich gerade befand, wenn es am Abend dunkel wurde. Neben Schlafsack, Isomatte und Campingkocher hatte ich natürlich auch meine Kameraausrüstung dabei, um im Nachhinein auch anderen Menschen eines der schönsten und interessantesten Landschaftsgebiete der Bundesrepublik näher zu bringen. Was den Zuschauer erwartet ist ein ca. 98 minütiger Dokumentarfilm, mit Einblicken in meine persönlichen Reiseerlebnisse. Allerdings soll der Film vor allem den Harz und seine Besonderheiten näher bringen. Der Zuschauer Hintergrundinformationen zu landschaftlich besonders reizvollen und historischen Orten. Ebenfalls habe ich mit Menschen gesprochen, die einen Einblick in die abwechslungsreiche Vielfalt der Harzer Region bieten.

Was hat dich bewogen dieses Format zu drehen?

In den letzten Jahren habe ich bereits drei Dokumentarfilme über den Harz gedreht. Ich erkundete verlassene Orte und traf mich mit zahlreichen Zeitzeugen, die mir vor der Kamera von ihren Erinnerungen der heute leerstehenden Sanatorien, Hotels, Gutshäusern, Militäreinrichtungen, ehemaligen FDGB-Heimen und Fachbetrieben der Region erzählten. Die Trilogie VERGESSEN IM HARZ fand Anfang 2018 mit dem letzten Film ihren Abschluss. Allerdings wollte ich nach dieser Zeit den Harz noch einmal aus einer anderen Perspektive kennen lernen. Und auf diese Reise wollte ich nun gerne mein bisheriges Publikum ebenfalls mitnehmen.

Warum hast du dich erneut für Crowdfunding als Finanzierungsmethode entschieden?

Crowdfunding ist eine super Möglichkeit heraus zu finden, ob es ein Publikum gibt, was sich für das angebotene Produkt interessiert, ohne das man schon vorher das Risiko eingehen muss etwas zu produzieren, was Gelder verschlingt und dann vielleicht gar niemanden sehen oder haben möchte. Darüber hinaus ist es natürlich eine gute Möglichkeit mit seinem Projekt in die Öffentlichkeit zu treten um das Projekt bekannt zu machen. Vorallem für Projekte, die sich das erste Mal im Dschungel der heutzutage unendlichen Angebote behaupten müssen, ist Crowdfunding in meinen Augen eine super Möglichkeit heraus zu finden, ob man mit seiner Idee einen Nerv trifft, der auf Interesse stößt. Ich persönlich habe mich ehrlich gesagt hauptsächlich dazu entschieden, wieder eine Crowdfundingaktion zu starten, da ich mein Publikum in den letzten Jahren mit dieser Art und Weise der Veröffentlichung meiner Projekte vertraut gemacht habe und ich das Model Crowdfunding an sich gerne auch weiterhin unterstützen möchte. Gerade Projekte, die schon das ein oder andere Projekt erfolgreich beendet haben, haben an dieser Stelle eine gute Chance das Model Crowdfunding zu verbreiten und bekannter zu machen.

Wie hast du dich auf die Kampagne vorbereitet? 

Gute Frage. Denn leider habe ich oft das Gefühl, dass sich einige Projekte eher weniger gut auf so eine Aktion vorbereiten und annehmen: „Wenn ich eine Crowdfundingaktion starte, läuft der Rest von alleine.“ Aber so ist das nicht! Die Vorbereitung und die Aktion an sich sollte gut überlegt sein und auch den gewünschten Unterstützern das Gefühl geben, dass man für sein eigenes Projekt brennt und selber bereit ist alles dafür zu geben. Auch wenn das hart klingt, ich sehe oft Crowdfundingprojekte, die in meinen Augen eher lieblos, qualitativ fragwürdig und ohne persönlichen Charme und eigene Kreativität der Projektinitiatoren daher kommen. Das stößt ab, weil man das Gefühl bekommt, Crowdfunding ist der Finanzierungsversuch für jeden Schrott. Das klingt hart, ich weiß. Aber es ist die Realität. Und nach acht erfolgreichen Crowdfundingaktionen, sprechen mich natürlich auch oft Leute darauf an, weswegen ich sagen kann, dass ich mit dieser Meinung leider nicht alleine stehe. Allerdings sehe ich an dieser Stelle auch die Crowdfundingplattformen in der Verantwortung, entweder besser zu beraten oder auszusortieren. Denn genau diese Projekte sind es, die diese Art der Projektfinanzierung nicht unbedingt beliebter machen. Ich rede hier nicht von der Mehrheit der Projekte. Aber leider reichen nur Wenige aus, um das Gesamtbild gehörig zu versauen.
Ein weiteres Problem: Ich selber habe schon eine Menge anderer Crowdfundingaktionen unterstützt. Den Großteil bei der VisoionBakery, aber auch bei anderen Plattformen. Locker von einem Drittel der erfolgreich finanzierten Projekte hört man nie wieder etwas und die Gegenleistung kommt erst, wenn überhaupt, wenn man nach nem Jahr nochmal nachgefragt hat. Und leider geht auch das nicht nur mir so. In meinem Umkreis sind einige Leute, die mittlerweile ebenfalls über die wiederholte Nichterfüllung der Gegenleistungen verärgert sind. Klar, ich könnte jetzt an dieser Stelle nur davon schwärmen wie großartig Crowdfunding ist, aber ich finde auch die Probleme müssen Mal angespreochen werden, da sie das Vertrauen ins Crowdfunding schwächen … Wie war die Frage nochmal? 😉

Das Projekt ist ja schon erfolgreich finanziert, was können wir zukünftig von dir erwarten?

Erst einmal können meine Unterstützer des aktuellen Projektes erwarten, dass sie pünktlich, wie versprochen ihre Gegenleistung von mir erhalten. Und nur darauf liegt derzeit mein Fokus. Was danach kommt werden wir sehen. Ich spreche ungern über Projekte, die noch nur im Kopf oder der Entstehungsphase stecken. Wenn es dann aber soweit ist, dass ich wieder etwas fertig habe, oder ein neues Projekt starte, werde ich es euch und allen die ich irgendwie erreichen kann auf meine üblich penetrante Art und Weise wissen lassen. Denn das ist der nächste Punkt beim Crowdfunding: „Wenn niemand weiß, dass es dein Projekt überhaupt gibt, kann es auch Niemand Unterstützen.“ Der Start eines Crowdfundingprojektes sollte mindestens in den ersten Tagen als Fulltimejob betrachtet werden. Und das mit dem Fokus so viele Menschen wie möglich zu erreichen, denen man überzeugend klar macht, wie wichtig einem selber das Projekt ist. Die Unterstützer sind nach der Erstellung einer qualitativ hochwertigen Crowdfundingaktion der wichtigste Faktor um den es gehen sollte. Ihnen gilt auch an dieser Stelle wiederholt mein größter Dank dafür, dass ich meine Projekte überhaupt umsetzten kann!

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