Crowdfunding Interview: Fotografin Carla Pohl

By 22. August 2019 Allgemein No Comments

Erzähl uns kurz etwas zu deinem Projekt „In erster Linie bin ich Mensch, die Kamele interessieren mich mehr“

In dem Projekt geht es im Prinzip nur sekundär um Kamele. In erster Linie geht es um Frauen, die in der Landwirtschaft, Naturschutz, Umweltschutz und Tierschutz arbeiten. Also im Prinzip ist es eine Verbindung zweier Themen. Zum Einen ein Thema über Frauen – also den Frauen mehr Aufmerksamkeit und Beachtung zu geben – und zum Anderen geht es um Klimawandel und den Schutz der Natur, denn das ist unsere Lebensgrundlage.

Ich war anfangs auch erstaunt, wie viele Landwirtschaftsberufe es gibt bzw. was alles darunter fällt. Dann bin ich während dieser Recherchen über die Kamele gestolpert. Na ok, nicht richtig gestolpert, die sind ja ziemlich groß, aber durch Zufall habe ich den Kamelhof gefunden und gleich dort angerufen. Glücklicherweise wird der Hof von einer Frau betrieben. Gabi war auch gleich bereit, dass ich sie porträtieren und ihre Arbeit fotografisch begleiten darf, denn neben den Bildkombis (Porträt + Doppelbelichtung) mache ich zusätzlich noch Reportagen – also ich verbringe einen ganzen Tag, manchmal auch mehrere Tage auf den Höfen. Von Gabi kam auch der Satz, der jetzt der Titel der Arbeit ist. Nach den Kamelen kamen dann die Elefanten und Zebras und auch eine Walsnusslandwirtin (ja, sie pflanzt Walnussbäume), eine Demeter- Landwirtin und eine Landwirtin für Frucht und Gemüse in Baden-Württemberg dazu.

      

Das Projekt möchte ich auf der ganzen Welt machen. Ich möchte Frauen überall auf der Welt, die in diesen Bereichen arbeiten. Der Zufall (schon wieder, wie mit den Kamelen) brachte mir dann einen Kontakt in Nevada und ich bekam die Einladung dort in einer kleinen Stadt an dem Projekt zu arbeiten. Diese Einladung habe ich sehr gerne angenommen und somit habe ich die Chance bekommen schon deutlich früher als erwartet mit dem Projekt in die Welt zu kommen. Das war auch für mich sehr überraschend und, unter uns, ich habe mein Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Erst Kamele in Brandenburg und jetzt ein Cowgirl in Nevada!?! Verrückte schöne Welt!

Was hat dich bewogen das Projekt zu starten?

Die Gründe, dass ich mit dem Projekt gestartet bin, liegen einerseits bei meinen Erfahrungen mit Weiblichkeit und dem Frau-Sein und anderseits bei meiner Verbindung zu der Natur, Umwelt und Tieren. Ich selber bin 20 Jahre lang geritten, hatte immer Katzen und finde es auch immer wieder gut zu wissen, wo mein Essen herkommt und wie es auch „behandelt“ wird. Und unsere Erde gibt uns die Lebensgrundlage und die Nahrung. Da sollte man darauf achten sie auch dementsprechend wertschätzend zu behandeln.

Der andere Punkt mit der Weiblichkeit und dem Frau-Sein ist mitunter durch mein eigenes Frau-Sein und den dazugehörigen Erfahrungen entstanden. In einer anderen Serie von mir mache ich assoziativ Bilder einer Ur-Weiblichkeit, wenn man das so sagen kann. Das ist aber eher die persönliche Auseinandersetzung mit Weiblichkeit. Im täglichem Arbeiten und auch bewerben oder bei Wettbewerben ist mir dann aufgefallen, dass es überwiegend Männer sind, die gewinnen oder die Jobs bekommen. Da bin ich dann auf die Idee gekommen die Themen Umwelt und Frauen miteinander zu verbinden, denn auch die Erde ist ein Mädchen. 😉

        

Dazu kommt noch ein Satz von Aristoteles – ich kann den gerade nicht wortgetreu wiedergeben – der besagt, dass an oberster Stelle der Mann steht und die Frau etwas zwischen Mann und Tier ist. Ich denke, dass solche Schriften und Aussagen der alten Philosophen immer noch in den Köpfen und auch der Gesellschaft verankert sind – ganz tief und unbewusst. Natürlich hoffe ich auch eben nicht nur Frauen zu erreichen sondern auch Männer, aber ich denke es ist Zeit die Frauen auch in solchen Berufen ins Licht zu stellen und auf selbe Augenhöhe wie die Männer zu bringen.

Warum hast du dich für Crowdfunding als Finanzierungsmethode entschieden?

Im Crowdfunding sehe ich die Chance viele Menschen zu erreichen und somit mein Herzensprojekt auch zu verwirklichen. Ich habe schon länger überlegt ein Crowdfunding bei anderen Projekten zu starten, hatte dann allerdings nicht den Mut das auch wirklich anzufangen. Vielleicht war es bei den anderen Sachen auch noch nicht die richtige Zeit. Und jetzt kamen die Kamele und das Cowgirl so schnell auf mich zu, dass ich ins Wasser gesprungen bin und losgelegt habe. Visionbakery kannte ich von einer Bekannten und finde diese Plattform am besten, da ich hier auch Hilfe bekomme und nicht ganz allein da stehe mit der Vision. Danke dafür!!

Wie hast du dich auf die Kampagne vorbereitet?

Ich hatte mir andere erfolgreiche Kampagnen angesehen, um eine Idee zu bekommen wie das aussehen sollte. Dann hatte ich ein wunderbares Gespräch mit Anja und bin losgezogen mein Video zu drehen, zu schneiden. Stück für Stück ist dann auch der Text entstanden und die Gegenleistungen auch. Nebenbei habe ich schon einige Leute aufmerksam gemacht, dass da bald was kommt.

Wenn dein Projekt erfolgreich wird, was können wir zukünftig von dir erwarten?

Ihr werdet spannende Frauen und auch spannende Natur kennenlernen, auch die Unterschiede zwischen einem brandenburgischen Cowgirl und einem originalen Cowgirl. Ich glaube noch nicht, dass ich in Nevada auf ein Kamel treffe, aber sicher kommen dort andere faszinierende Tiere vor die Linse mit den dementsprechenden Hüterinnen. Das wird ein großes Abenteuer und da möchte ich Euch mitnehmen.

Ich denke, wenn mein Projekt in Nevada erfolgreich ist, werden die nächsten Länder oder auch andere Staaten der USA dazukommen. Nevada ist jetzt der Anfang. Am Ende möchte ich viele verschiedene Frauen aus den verschiedenen Arbeitsgebieten und Ländern haben, um somit ein umfassendes, wertschätzendes Frauenbild zu zeigen und

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