Erzähl uns kurz etwas zu „Kenichi & the Sun“

KENICHI & THE SUN.

In Robotic Angel, dem Anime Rework von Fritz Lang´s Filmklassiker „Metropolis“ rettet der Junge KENICHI dem Robotermädchen Tima das Leben und bringt ihr das Mensch-Sein bei. Er lehrt sie, was Liebe und Freundschaft bedeuten.  Ich habe mich in KENICHI´s Großzügigkeit verliebt und wie leicht er seine Zuneigung und Güte schenkt. Es ist mutig und zäh und er steht für das ein, an das er glaubt. Er hat natürlich wie wir alle, eine dunkle Seite, einen Schatten, der ihn quält und es gibt einen Punkt, da verbrennt ihn seine eigene Wut fast,  aber er kriegt die Kurve und bleibt ein Hüter der Magie des Lebens.

Ich habe meinem Projekt seinen Namen gegeben, weil mich seine unvoreingenommen Weisheit und Liebe zum Leben so beeindruckt hat. Weil ich auch danach suche, nach dem „menschlich-sein“. Wie geht das eigentlich? Wie kann ich all das abwerfen, was nicht zu mir gehört?

Die Sonne als Quelle dieses Lebens. Und KENICHI, der Inbegriff von Kreativität, Mut und Neugier.

Was hat dich bewogen das Album „White Fire“ aufzunehmen?

Dieses Album ist wie ein riesiger Strom, ein Fluss durch mein Leben gewogt und hat alle Ereignisse, die in den letzten 4 Jahren passiert sind, mit sich genommen und im Wasser geschliffen und gereinigt und an anderer Stelle verwandelt wieder ausgespuckt. Nur so kann ich es beschreiben.

Es ist so viel passiert, Gutes, Schlechtes, Heiliges, Profanes. Mein Vater ist gestorben, mein bester Freund hat sich das Leben genommen, mein Patensohn wurde geboren, ich habe mich meinen größten Ängsten gestellt und das erlebt, von dem ich dachte, ich würde es nicht aushalten. Und letztlich ist alles so wie es ist, gut. Ich bin groß und ich bin klein. Ich bin wichtig und unwichtig. Es geht nicht so sehr um die Ergebnisse, sondern darum, warum ich die Dinge tue. Und wie ich sie tue. Und die Kraft der Kreativität ist es „die Fragen wieder zu stellen, die von den Antworten zugedeckt wurden“ (James Baldwin)
Ich war einen großen Teil der Zeit der Komposition in Island und habe dort am Theater als musikalische Leitung für ein Stück gearbeitet. Diese Erfahrung war so eindrücklich und wunderbar und hat mir meinen Horizont dermassen erweitert, daß ich erst mal noch insgesamt über ein Jahr dort geblieben bin und wahnsinnig viel Zeit in der Natur verbracht habe. Das hat viel geheilt und vieles Gute wieder hervorgeholt.

„White Fire“ heißt so, weil es im Innersten, heißesten Kern des Feuers weiß lodert. Feuer hat die Gabe der Transformation. Das weiße Feuer verbrennt selbst die Asche und nur wenig hält ihm stand. Vielleicht die „Wahrheit“? Das Album ist eine Reise durch alle Zustände, ein Exorzismus wenn man so will, eine Ekstase. Ich hab mich einfach in diesen Fluss geworfen und mich mitreissen lassen und versucht, mich zu befreien von den eigenen Fesseln des Verstandes, der Meinung, der Angst.

Und ganz praktisch habe ich drei Jahre lang in einem ziemlich irren Prozess an diesem Album gearbeitet. Ich habe die ganze Vorprodukten gemacht. Und mehr wie eine Schriftstellerin an den Songs gearbeitet. Also von Minute zu Minute. Ich habe manchmal 1:30 min geschrieben und komplett ausproduziert und dann 2 Monate liegen gelassen. Und habe dann das nächste „Kapitel“ dran gehängt. Das sind stellenweise drei Songs in einem und ich musste die dann irgendwie wieder miteinander verbinden. Aber ich wollte mich eben selber überraschen und schauen, wo will der Song hin, was ist die Story? Ich habe viel mit verrückten Wendungen und ungewöhnlichen Methoden gearbeitet. Und bin einfach meiner Intuition gefolgt, auch wenn es sehr unpraktisch war!
Dann bin ich ins Studio und habe erst mal alle Synthesizer und  Bässe ersetzt und habe weiter geschrieben. Dann am Schluss habe ich viele Musiker eingeladen, overdubs zu machen, Streicher, Bläser, Bassflöte, analoge drums, Waterphone und mehr…
Die Produktionsweise hat ziemlich genau das Leben abgebildet. Unvorhersehbar. Mit irren Wendungen und komplexen Problemen, die sich plötzlich in Luft auflösen und alles fliesst. Mal geht es schnell, mal geht es langsam. Und dann geht es wieder von vorne los.

Warum hast du dich für Crowdfunding als Finanzierungsmethode entschieden?

Um mit den Menschen direkt zusammen zu kommen. Ich wollte die Leute von vornherein mehr involvieren und nicht nur das fertige Produkt servieren, sondern auch mal schauen, wie es so ankommt, ob sich überhaupt irgendwer dafür interessiert. Ich wollte mehr Verbindung. Da passiert oft so eine Abkapselung, man geht ins Studio und macht da ewig rum und dann dauert es nochmal ewig, bis die Leute dann das „Produkt“ in der Hand halten können, oder anhören können und wollte da einen Zwischenschritt machen. Ich bin ja Teil des Produktes!

Und ich denke es ist auch der moderne Weg. Warum immer alles um drei Ecken rum, wenn es auch direkt geht? In Zeiten wo alles um Aufmerksamkeit ringt und alles so laut ist, möchte ich nicht mehr ins Universum rein schreien und versuchen, so viel wie möglich und so groß wie möglich zu werden, sondern ich möchte mit den Leuten, die es wirklich interessiert in einen echten Austausch gehen.

Ich rede gern mit den Leuten direkt und bin auch gerne in Kontakt und freue mich sehr darüber, daß das jetzt möglich ist. Denn es geht ja nicht um Spenden, sondern um Vorleistung. Man bekommt ja was Wunderbares. Und ich bekomme auch was wunderbares. Nämlich das Vertrauen. Natürlich auch das Geld, um das Projekt zu finanzieren, aber ich würde sagen, daß die Gefühlsebene genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger ist.

Wie hast du dich auf die Kampagne vorbereitet?

Ziemlich umfassend.  Ich hab mir viele Kampagnen angeschaut. Ich hab das überhaupt nicht auf die leichte Schulter genommen. Ich weiß, daß die Leute mir ja einen riesigen Vertrauensvorschuss geben, denn sie haben die Musik ja noch nicht gehört. Manche haben noch keine Cacao Zeremonie gemacht, oder waren bei mir auf dem Konzert. Das bedeutet ich habe mir Gedanken gemacht, wie ich am ehrlichsten und am anschaulichsten den Wert dieser Sachen verdeutlichen kann. Wie kann ich es extra schön machen? Wie würde ich mich angesprochen fühlen? Ich habe Leute gefragt. Ich hab auch selber gefördert bei anderen Projekten, um zu sehen, wie sich das anfühlt. Ich habe mir auch Gedanken gemacht, wie ich dauernd in den Social Media Präsent sein kann ohne total nervig zu sein. Wie schreibt man Leute an, ohne so doof rüber zu kommen. Ich hab da viel probiert und überlegt. Und mache mir zu jeder einzelnen Person und jedem Post viele Gedanken. Das ist zeitaufwändig, aber auch total lohnend, denn so macht es wirklich Spass. Ich hab natürlich auch meine Gespräche mit Anja von Vision Bakery gehabt und ich hatte total Schiss vor dem Video und hab das Immer rausgezögert.  Das Paradox meines Künstlerdaseins. Ich kann super videos machen, aber selber drin sein und was sagen????  Aber ich habe so viel gelernt, über mich und meine Ticks. Ich bin jetzt schon so gewachsen an der ganzen Sache. Auch die vielen Leute die da mithelfen. Ivana Rubelj, die auch die Grafik für das ganze Album macht, hat natürlich auch hier überall ihre magischen Finger drin. Deshalb sieht alles so schön und durchgestaltet aus. Danke Ivana! Danke Anja! 🙂

   

Wenn dein Projekt erfolgreich wird, was können wir zukünftig von dir erwarten?

Erst mal ein schillerndes, strahlendes Jahr mit vielen kleinen und großen Überraschungen. „WHITE FIRE“ wird im März erscheinen.
Um den Erscheinungstermin wird es wunderschöne Videos und Konzerte geben. Eine neue Webseite, neue Kunst, viele Cacao Zeremonien. Und im Herbst eine ganz besondere Kollaboration.  Ich freue mich MEGA.
Meine Firma habe ich „RADICAL AMAZEMENT“ genannt. Und das nicht ohne Grund:
„our goal should be to live life in radical amazement… get up in the morning and look at the world in a way that takes nothing for granted. Everything is phenomenal; everything is incredible; never treat life casually. to be spiritual is to be amazed.“
(abraham joshua herschel)
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