Eine Bestandsaufnahme der Kultur- und Kreativwirtschaft

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Die Kultur- und Kreativwirtschaft gehört nach wie vor zu den wachstumsstärksten Branchen der deutschen Wirtschaft. Damit Verwaltung und vor allem auch Politik den Blick darauf nicht verlieren, hat die Kreative Deutschland mittels einer Onlinebefragung von rund 600 Teilnehmern einen Querschnitt erstellt.

Mit der Publikation „Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland – Bestandsaufnahme und Perspektiven!“ leistet die Kreative Deutschland somit einen Beitrag zur Standortbestimmung einer der Zukunftsbranchen in Deutschland.

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Im Ergebnis können aus den geführten Interviews und der Befragung 12 Kernforderungen abgeleitet werden. Sie sollten Grundlage für das weitere politische Handeln im Themenfeld der Kultur- und Kreativwirtschaft und darüber hinaus sein, um die Chancen auf eine erfolgreiche Transformation des Wirtschaftsstandortes Deutschland hin zu einer wissensbasierten, zukunftsorientierten Ökonomie nicht zu verspielen.

 

1. Die nachgewiesene wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft muss ihren Niederschlag in der gleichberechtigten Anerkennung der Branche gegenüber den bisherigen Leitbranchen des Wirtschaftsstandortes Deutschland finden.

2. Die Kultur- und Kreativwirtschaft muss als eine der wesentlichen Zukunftsbranchen für den Wirtschaftsstandort Deutschland anerkannt und wirtschaftspolitisches Handeln daran ausgerichtet werden.

3. Die gesamtgesellschaftliche Wertschätzung kultur- und kreativwirtschaftlicher Dienstleistungen und Produkte muss aufgrund ihrer enormen wirtschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Bedeutung durch gezieltes politisches Handeln erhöht werden.

4. Die Innovationspotenziale der Kultur- und Kreativwirtschaft für gesellschaftliche Prozesse und andere Wirtschaftsbranchen müssen durch gezielte Förderprogramme für nicht-technischen Innovationen erschlossen werden.

5. Unterstützungs- und Finanzierungsangebote der Wirtschaftsförderung müssen sich zukünftig stärker an den Bedarfen der Kultur- und Kreativwirtschaft orientieren und passgenaue, unbürokratische Lösungen vorhalten.

6. Die Potenziale der Kultur- und Kreativwirtschaft als Treiber der Digitalisierung in Deutschland müssen zukünftig verstärkt genutzt werden. Entsprechende Rahmenbedingungen in den Handlungsfeldern digitale Infrastruktur, Aus- und Weiterbildung, digitale Verwaltung sind anzupassen bzw. neu zu gestalten.

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7. Der gesamte Bildungssektor ist den Anforderungen an eine wissensbasierte, zukunftsorientierte Ökonomie, wie sie in der Kultur- und Kreativwirtschaft heute schon gelebt wird, anzupassen und dynamisch weiterzuentwickeln.

8. Die Rahmenbedingungen im Bereich der sozialen Absicherung von selbständig Tätigen sind an die reale Situation der Unternehmerinnen und Unternehmer vor dem Hintergrund einer sich verändernden Arbeitswelt anzupassen.

9. Zukünftige Infrastruktur- und Ansiedlungsprogramme sind an den Bedarfen einer mehr und mehr kleinteiligen Wirtschaftsstruktur auszurichten, wie sie heute schon in der Kultur- und Kreativwirtschaft zu Tage tritt.

10. Akteursgetragene Netzwerke auf lokaler, regionaler und Bundesebene sind zukünftig stärker zu fördern. Sie geben der Branche ein Gesicht und dienen als Multiplikatoren für das gemeinsame Interesse von Kultur- und Kreativwirtschaft, Verwaltung und Politik, den Wirtschaftsstandort Deutschland zukunftsfähig zu gestalten.

11. Die internationale Sichtbarkeit des Kultur- und Kreativwirtschaftsstandortes Deutschland muss massiv erhöht werden, um im globalen Wettbewerb konkurrenzfähig bleiben zu können und den Branchenakteuren einen geeigneten Zugang zu Auslandsmärkten zu ermöglichen.

12. Die Potenziale der Kultur- und Kreativwirtschaft, Prozesse neu zu denken, sollten insbesondere auch von Politik und Verwaltung genutzt werden, um gesellschaftlichen Wandel aktiv und vorausschauend zu gestalten.

 

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Was ist “Kreative Deutschland”

Neben den im Bundesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft organisierten 14 Organisationen besteht „Kreative Deutschland“ aus weiteren 25 lokalen und regionalen Netzwerken Kultur- und Kreativschaffender im gesamten Bundesgebiet. Sie alle eint der Anspruch, nicht nur für ihre Mitglieder, sondern für die gesamte Kultur- und Kreativwirtschaft Sprachrohr und Interessenvertretung zu sein.

Quelle: „Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland – Bestandsaufnahme und Perspektiven!“

 

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