Erzählt uns kurz etwas zu eurem Buchprojekt „Zwischen Schein und Sein“.

In der DDR wurden durchaus auf hohem Niveau Modeideen und -konzepte entwickelt. Davon konnte nur ein Bruchteil in den Angeboten von Kaufhäusern und Geschäften umgesetzt werden.
Das Buch zeigt erstmalig die Fülle an Temperamenten, Handschriften und Ideen der Modedesignerinnen und -designer aus drei Jahrzehnten DDR.

Was hat euch bewogen dieses Projekt anzugehen?

Die gleichnamige Ausstellung in den Berliner Reinbeckhallen Anfang dieses Jahres hat uns gezeigt, wie groß das öffentliche Interesse an diesem Thema ist. Es war höchste Zeit, diese Sammlung als Dokument für eine geschichtliche Ära zu schaffen.

     

Warum habt ihr euch für Crowdfunding als Finanzierungsmethode entschieden?

Unmittelbar nach der Ausstellung haben wir uns intensiv mit der Suche nach einem Sponsor für den geplanten Bildband beschäftigt. Die Liste angesprochener Firmen, staatlich-kultureller Institutionen sowie Stiftungen ist lang. Unsere Suche erschien uns zunehmend aussichtslos. Wir stießen einerseits auf Interessenlosigkeit an unserem künstlerischen Genre oder Blockaden in Verwaltungsmechanismen.
Wir haben uns letztendlich für Crowdfunding entschieden, weil es uns direkt und seriös mit Förderern des Projektes verbindet. Es hängt von unserem Engagement ab, diese Kraft zu bündeln und zum Erfolg zu führen.

       

Wie habt ihr euch auf die Kampagne vorbereitet?

Wir hatten einen großen Vorteil. Der Bildband zeigt Modezeichnungen von 31 Designerinnen und -designern der ehemaligen DDR, die alle ihre Leidenschaft für den Beruf bis heute in sich tragen und ein persönliches Interesse haben, dass dieser Bildband realisiert wird. Dieser Wille hat sich in großes Engagement für die Bewerbung unserer Crowdfunding-Kampagne in den Netzwerken umgewandelt. Wir haben diese Kraft erkannt und im Vorfeld mobilisiert. Die meisten Unterstützer/innen wurden von uns im Vorfeld angeschrieben, darunter Institutionen und Persönlichkeiten aus dem kulturellen Bereich. Besonders dankbar sind wir für die Anerkennung, die wir über diesen Weg durch die großzügige Unterstützung von Wolfgang Joop erfahren haben. Darüber hinaus war es sehr wichtig, auch während der Kampagne über die Presse, Instagram, Pinterest, Facebook etc. auf dieses Projekt aufmerksam zu machen. Wir freuen uns sehr, dass wir darüber auch viele Unterstützer/innen aus artfremden Bereichen und auch einer jüngeren Generation gewinnen konnten, die es wichtig finden, diese einmalige Sammlung von Modegrafik vor dem Vergessen zu bewahren. 

Wenn euer Projekt erfolgreich wird, was können wir zukünftig von euch erwarten?

Meine Partnerin Ulrike Vogt und ich stemmen dieses umfangreiche und sehr zeitaufwendige Buchprojekt neben unseren beruflichen Tätigkeiten. Wir werden uns zunächst erst einmal ganz auf die Realisierung und Vermarktung des Bildbandes konzentrieren. Danach werden wir unsere Kraftreserven und Motivationen für evtl. neue Projekte – die Sammlung von Modegrafik weiter in die Öffentlichkeit zu tragen – neu überdenken.

Hier kannst du das Projekt direkt unterstützen

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