Erzähl uns kurz etwas zu dem Buch „Build your nest“
„Build Your Nest“ ist ein Buch über das Wochenbett, das jede Frau im Schrank stehen haben muss – Mutter oder nicht. Warum? Weil wir lernen müssen als Community wieder zusammen zu rücken – vor allem wenn ein Kind auf die Welt kommt. Es heißt schließlich nicht ohne Grund „It takes a village“.
Das Buch stammt von Kestrel Gates, eine amerikanische Doula und selbst Mutter von zwei Kindern. Sie hat am eigenen Leib erfahren, was es heißt unmittelbar nach der Geburt von der Gemeinschaft – sei das in Form der Familie oder des Freundeskreis‘ – aufgefangen und umsorgt zu werden oder aber eben auf sich allein gestellt zu sein. Der Unterschied, wie wir als Frauen – aber auch als Männer – in unsere neuen Rollen als Mutter und Vater finden, ist extrem. Eine Familie, die sich die ersten Wochen zurückziehen darf, ohne sich alltäglichen Must-Do’s zu widmen, tut sich langfristig sehr viel leichter sich in das Leben mit dem neuen Erdenbürger einzufinden. Gerade wenn das Umfeld selbst diese Erfahrung noch nicht gemacht hat, fehlt allerdings oft das Verständnis dafür, wie genau diese Hilfe aussehen kann. Selbst die Familien wissen das vor der Geburt manchmal nicht. Dieses Buch gibt Anregungen in Form von Listen, fast vergessenem Wissen und Wochenplänen und ist demnach nicht nur für die Familien selbst gedacht, sondern auch für Geburtshelfer, die Frauen beruflich in dieser Zeit begleiten oder aber einfach für Menschen, die für andere da sein wollen. Jede junge Familie wird ihnen ihr Engagement danken und wir wachsen als Gemeinschaft vielleicht endlich wieder zusammen und hören auf, alles alleine schaffen zu wollen.

 

 

Was hat dich bewogen bei diesem Projekt mitzumachen?

Ich bin Journalistin und arbeite gerade an meinem ersten Buch zu dem Thema – mit einem ganz anderen Fokus allerdings. Als ich vor 2,5 Jahren selbst Mutter geworden bin, habe ich verstanden, wie wichtig es ist, Frauen in dieser Zeit nicht allein zu lassen. Ich hatte meinen Partner und meine Familie und hätte doch jede weitere Hilfe dankend angenommen. Daraufhin habe ich die Ausbildung zur Doula gemacht und begleite Frauen seitdem in der Schwangerschaft und danach. Meiner Herzensthema ist und bleibt das Wochenbett – weil es dahingehend einfach immer noch zu wenig Informationen und Aufklärung gibt. Es ist so wichtig, dass Frauen sich in dieser Zeit wirklich zurückziehen können, um zu heilen – physisch wie psychisch. Das klingt in unserer schnelllebigen Welt furchtbar langweilig und banal, ist aber essentiell für die Genesung, deren Auswirkung sich bis zur Menopause einer Frau ziehen können. Kestrel habe ich vor etwas einem Jahr das erste Mal getroffen und war begeistert von ihrem Buch, weil es so nahbar und Praxisbezogen an dieses Thema heran geht. Ehrlich gesagt habe ich mich direkt gefragt, warum auf die Idee nicht schon früher jemand gekommen ist. Ich habe mir selbst eine ganze Kiste ihrer Bücher gekauft und es immer wieder verschenkt oder in meine Arbeit integriert. Leider hat sich herausgestellt, dass es dringend notwendig wäre, das Buch auf Deutsch zu haben, damit es wirklich allen Familien eine Hilfe sein kann, nicht nur denen, die fließend Englisch sprechen. Gerade bei einem Thema, das natürlich ein Vokabular erfordert, das sonst weniger gebräuchlich ist. Außerdem wäre es wichtig einige Informationen an die hiesigen Gegebenheiten anzupassen. Ich bin wie gesagt selbst Autorin und arbeite hin und wieder auch als Übersetzerin und damit kam das eine zum anderen.


Warum hast du dich für Crowdfunding als Finanzierungsmethode entschieden?

Wir hätten beide – weder Kestrel noch ich – leider nicht die Kapazitäten gehabt, um in Vorleistung zu gehen, so sehr uns dieses Projekt am Herzen liegt. Als Doula weiss ich aber, dass das Verständnis für die Notwendigkeit des Wochenbetts zusehend auch hierzulande (in Deutschland, Österreich und der Schweiz) zunimmt. Die Hebammen- und Doula-Community im deutschsprachigen Raum ist eine tolle Gemeinschaft von der ich mich selbst schon manches Mal überzeugen und verzaubern lassen durfte. Crowdfunding war also regelrecht aufgelegt, in der Hoffnung, dass wir gemeinsam im Zuge einer anzustrebenden, positiven Geburtskultur etwas bewegen können.


Wie hast du dich auf die Kampagne vorbereitet?

Mithilfe von Anja, die uns im Rahmen der kostenlosen Beratung stets Rede und Antwort gestanden hat und uns eine große Hilfe war. Ich habe aber auch geschaut, wo es Netzwerke gibt, die für unsere Zielgruppe wichtig sein könnten. Gerade themenspezifische Projekte brauchen einen klaren Fokus, haben aber oft wirklich starke Communities. Ich bin gespannt, ob das ausreicht!

 

Wenn dein Projekt erfolgreich wird, was können wir zukünftig von dir erwarten?
Nun, erst einmal werde wir dieses Buch übersetzen, um es schnellstmöglich auf den deutschsprachigen Markt zu bringen. Und dann wird es in Zukunft ganz sicher noch das ein oder andere Projekt von mir geben. Alle werden – Überraschung – um die Themen Mutterwerden und Wochenbett drehen.
Wer nichts dergleichen verpassen möchte, kann mir gerne auf Instagram oder Facebook folgen: Instagram.com/_warriorwoman oder https://www.facebook.com/doulastephaniejohne/

 

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