Unsere Facebook Lieblingsseiten – Binoculers

Eine Gitarre, ein Xylophon: gepaart mit einer Loopstation und der Stimme von Nadja Rüdebusch – das ist das Hamburger Soloprojekt namens Binoculers.

Ich lernte Nadja kennen als ich zusammen mit dem Projekt Musikmob auf der Suche nach Künstlern war, um diese zu filmen. Wir besuchten das „Noch Besser Leben“ in Leipzig und hörten uns Nadjas Konzert an. Danach fragten wir sie, ob sie Lust hätte zusammen mit uns den kommenden Tag zu verbringen und wir ein paar Aufnahmen mit Ihr machen könnten. Nadja war von der Idee begeistert und sagte sofort ja. Es folgte ein wunderschöner Tag mit Ihr. Ich lernte Nadja als eine sehr sympathische und unkomplizierte Person kennen, mit der man sich gerne bei einem Bier unterhalten will. In dem vergangen Jahr besuchte Nadja weitere Male Leipzig und ihre Konzerte waren immer ein fester Termin in meinem Kalender. Als Nadja vor kurzem eine Facebook- Seite erstellte, war sie sofort in unser Liste der Lieblingsseiten vertreten.

Stephan: Hallo Nadja, bitte stell dich kurz vor.

Nadja: Hallo. Ich bin Nadja, Musikerin und komme aus Hamburg.

Stephan: Binoculers ist dein Soloprojekt neben der Band Emmy Moll – Wann ist es entstanden und wie bist du auf den Namen Binoculers gekommen?

Nadja: Binoculers entstand parallel zu meiner Band emmy moll vor etwa drei Jahren, also 2007. Damals war es ein Duo, zumindest die Live-Konzerte betreffend. 2008 wurde es dann zu meinem Solo-Projekt.

Der Name ist abgeleitet von dem englischen Wort für Fernglas. Ich habe es in „Binoculers“ (statt „Binoculars“) umgewandelt. Es ist ein Fantasiewort und ich definiere es als „Ferngläserer“: jemand, der durch ein Fernglas schaut ist ein Binoculer.

Stephan: Einen Kaffee, Sonnenschein und „Easy in the morning sun“ – Seit sich deine aktuelle LP „every seaman`s got a favorite spaceship“ in meinem Besitz befindet, ist sie auf dem ersten Platz meiner Rangliste der perfekten Frühstücksmusik. Ich mag deinen minimalistische Stil und die Art wie du deine Geschichten erzählst. Wie hat sich deine Stil entwickelt und welche Einflüsse haben dazu beigetragen?

Nadja: Das finde ich lustig – ich habe schon öfter gehört, dass meine Platte gern beim Frühstücken gehört wird. Dabei entstehen die Lieder meistens nicht vor Einbruch der Dunkelheit und ich bin ein absoluter Nachtmensch. Vielleicht sollte ich meine Platte auch mal zum Aufwachen hören…

Wie sich die Art zu schreiben entwickelt hat, kann ich gar nicht genau beschreiben. Es fing vor vielen Jahren an mit Gedichten und die Musik kam dann dazu, als ich anfing zu Singen und Gitarre zu spielen. Ich höre gern ähnlich minimalistische Singer/Songwriter Musik/Folk von Leonard Cohen, Cat Power, José Gonzales etc, aber auch im Gegensatz dazu sehr gern Bands wie zum Beispiel „The New Year“, „The Good, The Bad and The Queen“, „The Velvet Underground“ oder auch sehr gern skandinavische Künstler und Bands („Seabear“, „Mum“, „Hjaltalin“).

Stephan: Beim Schreiben deiner Stücke, was geht dabei in dir vor und wie findest du deine Themen?

Nadja: Meistens beginnt es mit einer Phrase, die irgendwie, irgendwo in meinem Kopf entsteht. Zu dem Zeitpunkt weiß ich noch nicht, worum es später in dem Lied geht. Ich schreibe den Schnipsel irgendwo auf und wenn ich das nächste Mal meine Gitarre in der Hand habe, kann es sein, dass er mich inspiriert. So entstehen die meisten Songs. Natürlich klingt das jetzt sehr einfach…es ist schon auch noch ein bisschen Arbeit dabei. Planen kann ich das Schreiben nicht. Und die Themen können mir überall begegnen-oft sind es Gespräche, Spaziergänge und Landschaften, die mich inspirieren.

Stephan: Du hast im letzten Jahr beschlossen ganz von deiner Musik zu leben und deinen Job als Musiklehrerin an den Nagel gehängt. Wie ist dieser Schritt zustande gekommen?

Nadja: Den Wunsch und das Bedürfnis danach, es auszuprobieren gab es schon lange. Ich habe mich nie getraut, weil ich immer dachte, der richtige Zeitpunkt ist noch nicht da. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass es den richtigen Zeitpunkt nicht gibt-zumindest nicht so, wie in meiner Vorstellung- und dass es für mich richtig war, es einfach zu tun.

Stephan: Mich würde interessieren wie sich dein Leben während einer Tour abspielt. Wie ist es für dich jeden Tag eine neue Stadt zu sehen?

Nadja: Wenn ich nicht den ganzen Tag auf der Autobahn verbringe und ein paar Stunden vor dem Konzert die Stadt erreiche, ist es natürlich sehr spannend. Vor allem im Ausland. Ich versuche wenn es möglich ist, einen Eindruck von der Stadt zu bekommen, das gelingt manchmal, wenn ich eben ein bisschen Zeit habe. Zu viel nehme ich mir nicht vor. Ich spaziere meistens einfach ohne Plan los und suche mir einen Platz in der Sonne. Manchmal verlaufe ich mich dabei.

Stephan: Auf deinen Touren durch Europa lernst du sicher viele interessante Menschen kennen und erlebst besondere Momente. Welche Begebenheit war die lustigste, skurrilste oder bewegendste die du bisher erlebt hast?

Nadja: Es ist für mich schwierig, eine Situation oder Begegnung als die Besonderste zu definieren. Lustige Dinge passieren meistens, wenn ich mit meiner Band oder anderen Musikern unterwegs bin. Eine Rasierschaumschlacht in einer Jugendherberge. Oder einmal ist unser gesamtes Equipment ein paar Stunden in einem Fahrstuhl hängen geblieben. Wir mussten den Hausmeister aus seinem Sonntagsschlaf klingeln und alle waren böse auf uns, weil wir zu faul waren, die Sachen einfach die Treppe hoch zu tragen.

Gerührt war ich, als ein Konzertbesucher mir nach der Show ein handschriftliches Blatt Papier in die Hand drückte und mich bat, ein fehlendes Wort zu ergänzen: Er hatte auf meiner Web Seite die lyrics einer meiner Songs rausgehört und es war ihm ein dringendes Bedürfnis, dass alles richtig und vollständig war.

Es gibt viele Erlebnisse, die ich nicht missen möchte. Vor allem im Ausland. In Italien und Portugal gab es manchmal das Problem der Sprachbarriere. Da verständigt man sich gern mit Händen und Füssen.

Stephan: Ich würde mich freuen, wenn du mir am Ende unseres Interviews noch einen kurzen Einblick in deine Zukunft gibst. Was hast du vor, und wo geht es hin?

Nadja: Dieses Jahr spiele ich noch etwa 20 Konzerte in Süddeutschland, Polen und in der Schweiz. Für’s nächste Jahr plane ich das zweite Album und freue mich schon sehr auf die Aufnahmen. Weiterhin viele Konzerte in unterschiedlichen Ländern und mit emmy moll wird es auch eine neue Platte geben.

Stephan: Ich danke dir für das Interview und hoffe, dich bald wieder live zu sehen!

Wenn du Lust hast, mehr über Nadja zu erfahren dann besuche sie auf MySpace oder werde Fan von ihrer Facebook Seite. Dort findest du auch ihre aktuellen Tourdaten. Ich lege dir ans Herz sie live zu sehen wenn sie in deiner Stadt ist.

Website: binoculers.bandcamp.com

MySpace: www.myspace.com/binoculers

Facebook: facebook.com/pages/bionoculers

CD/LP: labelship.de

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