Unsere Facebook Lieblingsseiten – Crazewire.de

„Musik ist Lebensqualität“ – Berichte von Konzerten, Interviews mit Künstlern und Rezensionen der hauseigenen Plattenkiste, das ist das Online-Musikmagazine Crazewire.de

Bastian Küllenberg, einen der beiden Chefredakteure von Crazewire, lernte ich bei dem Musikmob-Dreh mit Binoculers kennen. Er kam zu unserem gemeinsamen Frühstück und brachte als Gastgeschenk eine Mix-CD mit und war mir somit gleich sympathisch. Bastian erzählte mir von Crazewire und ich wurde Fan der Seite. Das Motto von Crazewire lautet „Musik ist Lebensqualität“ und das kann ich sofort unterschreiben. Ich persönlich mag die Rezensionen der Plattenkiste, da sie mir immer einen Einblick in die Neuheiten der Independent Musik geben. Crazewire hat schon des Öfteren dazu beigetragen, dass ich eine neue Band kennengelernt habe oder von einem Konzert in meiner Nähe erfuhr. Da nicht nur ich, sondern auch Lars und Janine Crazewire mögen, ist es nur logisch, dass Ihr diese Seite unter unseren Lieblingsseiten finden könnt.

Stephan: Hallo Bastian, heute übernimmst Du die Rollen des Interviewten. Ich hoffe, dass es keine große Umstellung für Dich darstellt. Bitte stelle Dich kurz vor.

Bastian: Ich bin 28 Jahre alt, lebe derzeit wieder in meiner alten Heimat Wuppertal, mache gerade ein Volontariat in der Programmplanung eines Kulturzentrums in Düsseldorf. Bei Crazewire bin ich seit etwa 5 1/2 Jahren, seit längerem auch als einer von zwei Chefredakteuren.

Stephan: Bitte erzähle mir etwas über die Entstehungsgeschichte von Crazewire. Wie seid Ihr auf die Idee gekommen?

Bastian: Die ursprüngliche Idee, ein Online-Musikmagazin zu gründen, stammt von unseren Herausgebern Fabian Töpel und Lasse Paulus. Sie gründeten Crazewire vor knapp sieben Jahren nach dem Vorbild eines amerikanischen Onlinemagazins. Anfangs gab es jedoch nur wenige Schreiber und unregelmäßige Updates mit neuen Artikeln. Nach einiger Zeit kamen neue Autoren hinzu und es entwickelten sich erste Strukturen. Vor etwa viereinhalb Jahren hatte sich ein fester Kern der Redaktion etabliert und die Arbeit wurde deutlich eingespielter, die wöchentlichen Updates wurden reichhaltiger und die Spannbreite an Interview-Themen und CD-Kritiken wuchs. 2008 erhielt die Seite schließlich eine Runderneuerung in Sachen Design und Layout. Außerdem kamen seither einige neue Autoren hinzu und verließen uns alte Weggefährten. Für das kommende Jahr sind erneut einige interne Änderungen geplant. Es bleibt daher alles in Bewegung und wird im Detail ausgefeilt.

Stephan: Ihr habt euren Sitz in Köln, aber Ihr seid kein klassisches Magazin mit einem Schreibtisch für jeden Autor. Wie gestaltet sich die Arbeit bei Crazewire?

Bastian: Wir arbeiten dezentralisiert, haben unseren regionale Schwerpunkt allerdings im Reihnland, da die meisten Redakteure in Köln oder im Raum Düsseldorf leben. Dadurch, dass wir keine Redaktionsräume und herkömmliche Redaktionssitzungen haben, kommt es viel auf Eigenengagement der einzelnen Autoren an. Unsere Kommunikation läuft über die üblichen Wege wie Telefon und Email, allerdings ist auch und gerade der persönliche Kontakt sehr wichtig. Viele der Redakteure sind über die Jahre zu guten Kumpels und Freunden geworden, die man auch gern auf Konzerten oder beim Weggehen trifft.

Stephan: Crazewire ist ein Online-Musikmagazine, das sich unter anderem mit Rezensionen der neusten Veröffentlichungen aus dem Independentbereich beschäftigt. Ich weiß, dass Du viele dieser Rezensionen schreibst und somit immer die neuesten LPs der Künstler bekommst. Für mich als Plattensammler klingt das nach einem Traum – immer die neusten Veröffentlichungen geschickt zu bekommen, aber wie sieht eigentlich die Arbeit hinter solch einer Rezension aus?

Bastian: Als Vinyl-Liebhaber würde ich es lieben, wenn es wirklich immer eine LP geben würde, meistens bekommt man jedoch eine CD 😉 Es klingt natürlich schön und es ist durchaus immer noch so, dass ein großer Teil der Labels tatsächlich physisch bemustert. Dennoch muss man ein wenig entmystifizieren, denn häufig erhält man Rezensionsexemplare in schmucklosen Pappschubern und zunehmend wird auch auf digitale Promo umgestellt, so dass man lediglich einen Download-Code bekommt. Bei einer Review geht es für mich darum, in Worte zu fassen, wie die Musik auf mich wirkt und möglichst so zu beschreiben, dass es beim Leser Interesse weckt, sich selbst ein Bild zu machen und es mit meiner Ansicht zu vergleichen. Da sich Crazewire als Magazin versteht und anders als ein Blog daher die ganze Bandbreite an Veröffentlichungen abbilden möchte, statt nur die positiven Erscheinungen zu verbreiten, sind natürlich unter den Alben, die man im Laufe eines Jahres bespricht nicht nur Perlen. Allerdings kann, einen Verriss zu schreiben manchmal auch richtig Freude machen.

Stephan: Als Autor bist Du auf vielen Konzerten unterwegs und interviewst Musiker aus der ganzen Welt. Was war das Lustigste oder Bemerkenswerteste, was Du dabei erlebt hast? Gab es einen ganz besonderen Künstler für dich?

Bastian: Es gab in den Jahren eine Reihe sehr interessanter Interviewpartner und viele schöne Konzerterlebnisse. Die Festival-Saison ist dabei immer ein Highlight. Auf`s Haldern Pop zum Beispiel fahren ich und einige andere Crazewire-Kollegen seit vielen Jahren, dort ist es immer sehr familiär und es sind auch schon einige tolle Interviews entstanden. 2006 trafen mein Kollege Fabian Töpel und ich dort Mogwai und waren überrascht, wie nüchtern und normal sie wirkten und hatten an einem sonnigen Nachmittag Spaß mit den gut gelaunten Briten The Zutons. In diesem Jahr traf ich dort Gary, die Band um Robert Stadlober und den Herrenmagazin-Schlagzeuger Rasmus Engler. Ein persönlicher Höhepunkt der Crazewire-Geschichte ist sicher auch unser Konzertabend zum 5jährigen Jubiläum 2008, den ich mitveranstaltet habe. Neben den Kölnern Stereo Inn sorgten damals besonders der Kanadier Snailhouse und Cedarwell aus Wisconsin für Gänsehaut, als die beiden Singer/Songwriter nach dem reuglären Konzert eine akustische Zugabe mitten im Publikum gaben und alle andächtig lauschten.

Stephan: Wenn Du mir bitte ganz spontan deine Top 3 des Jahres 2010 nennen könntest und kurz begründest, warum wir diese Künstler unbedingt hören sollten.

Bastian: Eines der Alben, das mich in diesem Jahr bisher am meisten gepackt hat, ist „Abandoned Love“ der britischen Folk-Band Trembling Bells. Sie orientieren sich an 60er Jahre-Acts wie The Pentangle, weben keltische Elemente und psychedelich Rock mit ein und zelebrieren Folk auf eine sehr besondere Art. „Astro Coast“ von Surfer Blood dagegen ist ein tolles, energie-geladenes Debütalbum einer blutjungen Indie Rock Band aus Amerika. Sie verbinden zeitgemäße Einflüsse mit der alten Schule der Sorte frühe Weezer oder Superchunk. Mein aktuelles Lieblingsalbum ist von der französischen Indie Pop-Band Coming Soon. Ursrpünglich ist „Ghost Train Tragedy“ bereits von 2009, erschien hierzulande allerdings erst diesen Oktober. Ghost Train rufen auf wundervolle Weise Pavement, Herman Düne oder The Vaselines ins Gedächtnis.

Stephan: Ich würde mich freuen, wenn Du mir am Ende unseres Interviews noch einen kurzen Einblick in die Zukunft von Dir und Crazewire gibst. Was habt Ihr vor und wo geht es hin?

Bastian: Im laufenden Jahr konnten wir unsere Besucherzahlen stetig in kleinen Schritten steigern. Für die Zukunft soll dieser Trend ausgebaut und verstärkt werden. In diesem Jahr sind wir sehr aktiv gewesen, wenn es um Tourpräsentationen geht und haben einen Blog als Erweiterung des Magazins ins Leben gerufen. Diese Wege wollen wir weiter verfolgen und hoffen außerdem mittelfristig noch ein paar neue Autoren zur Verstärkung unseres Teams zu gewinnen.

Stephan: Ich danke Dir für das Interview und freue mich weiterhin auf Eure Artikel!

Bastian: Vielen Dank an Dich und viel Erfolg mit der Vision Bakery!

Wenn Du auf dem Laufenden bleiben möchtest und auch gerne mehr über neue Künstler erfährst, dann lege ich Dir ans Herz Fan der Facebook Seite zu werden oder die Website von Crazewire.de zu besuchen!

Website: Crazewire.de

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