Unsere Pflanzenkinder Part II – Kommen und Gehen

Veith ist tot

Veith ist von uns gegangen. (Foto: Nadine Kotré)

Es ist recht still geworden um unsere Pflanzenkinder. Das bedeutet aber glücklicherweise nicht, dass sie nicht mehr existieren. Ganz im Gegenteil: Es gab reichlich Zuwachs. Aus anfänglich vier Pflanzen sind 14 geworden. Viele davon sind noch klein, unerfahren, ohne Paten und Namen. Aber es gab auch Todesfälle.

Wir hatten im ersten Teil bereits erwähnt, dass Veith an der Schwelle zum Tode stand. Er konnte das Licht am Ende des Tunnels quasi schon sehen. Trotz aller Bemühungen gelang es nicht, ihn zu retten. Veith ging ins Licht. Wir vermissen ihn.

Viel überraschender ereilte uns allerdings das viel zu frühe Ende einer anderen Pflanze.

Vomit ist tot.

Vomit war ganz oben auf der Beliebtheitsskala und landete doch im Müll. Ein Schicksal, das er mit vielen Stars teilt. (Foto: Nadine Kotré)

Vomit ist tot.

Ja, Vomit, Eckis kleiner Grashaufen, ist ebenfalls von uns gegangen. Allerdings bemerkten wir (d.h. alle außer Ecki) das erst einige Tage später. Sein Ende kam für uns so unerwartet, weil er bei bester Gesundheit schien. Vomit wucherte unter der Obhut von Ecki fröhlich vor sich hin. Er gedieh so hervorragend, dass ein neuer Topf notwendig wurde. Den er allerdings nie bekam. Vielleicht war das der entscheidende Fehler. Vielleicht war seine Zeit aber auch einfach abgelaufen. Man weiß es nicht.

Ecki gab alles; er stellte Vomit sogar auf die Terrasse, damit dieser Sonne, sprich Energie tanken konnte. Vomits Aussehen wurde zusehends wilder. Wenn wir ehrlich sind, sah er ein bisschen heruntergekommen aus, da er nun nicht mehr in die Höhe, sondern in die Breite wuchs. Dieses Leiden ereilt ja die meisten im Alter. Irgendwann erkannte Ecki, dass Vomit nicht mehr zu retten war. Also tat er das, was er für das Sinnvollste hielt: Er nahm Vomit und warf ihn in den Müll. Kurz und schmerzlos – so ist unser Ecki.

Als Vomits Abwesenheit einige Tage später – wir dachten, er stünde auf der Terrasse – auffiel und wir Ecki nach seinem Verbleib fragten, antwortete dieser unumwunden: „Im Müll.“

Den Rest des Tages verbrachten wir in einem katatonischen Schockzustand.

BarneyStinson

Barney Stinson ist die Sahneschnitte unter den Büropflanzen. (Foto: Nadine Kotré

Das Leben ist manchmal wirklich sehr ungerecht. Während Ecki seinen Schützling hegte und pflegte, starb dieser. Bei Lars hingegen fragt man sich gelegentlich, ob er überhaupt noch weiß, dass er Pflanzenpate ist. Doch seine Pflanze – ihr durftet bei Facebook über ihren Namen abstimmen und habt euch glasklar für Barney Stinson entschieden – ist mit sattgrünen Blättern und einer beinah unwirklichen Gesundheit gesegnet. Barney Stinson ist unbestritten die attraktivste all unserer Pflanzen. Woran es liegt –  am Namen, am Paten oder wie Lars vermutet an der Putzfrau, die ihn vermutlich gießt – können wir nicht mit Gewißheit sagen. Für uns ist es schon ein riesiger Erfolg, dass Barney Stinson unter der Patenschaft von Lars die vergangenen fünf Monate überhaupt überlebt hat.

 

Die Neuzugänge – Batman und Vicodin

Batman

Mit englischem Rasen kann man Batman wirklich nicht vergleichen. (Foto: Nadine Kotré)

Ecki und ich bekamen neue Patenkinder. Im irrsinnigen Glauben Ecki würde sich über einen neuen Grashaufen freuen, bekam er genau diesen zu Weihnachten geschenkt. Seine Freude war riesig. Noch nie zuvor hatte Eckis Gesicht diesen derart angewiderten Ausdruck angenommen. Es dürfte daher auch nicht sonderlich überraschen, dass Grashaufen Nr. 2 – Batman genannt – wenig heldenhaft und dafür umso zauseliger aussieht.

Vicodin

Ließ ein paar Blätter: Vicodin. (Foto: Nadine Kotré)

Meine neue Pflanze hört auf den Namen Vicodin und ist wie Barney Stinson eine Dieffenbachie. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass Vicodin nicht annähernd so blendend aussieht wie Lars‘ Ziehkind. In ihrem kurzen Leben unter meiner Obhut hat auch sie schon eine Nahtoderfahrung durchmachen müssen. Urlaub und die Hoffnung wenigstens einer, EINER, meiner werten Kollegen würde sie wenigstens ein einziges Mal mit Wasser beglücken, passen einfach nicht zusammen. Dementsprechend elend sah sie aus, als ich wieder ins Büro kam. Vicodin konnte zwar gerettet werden, verlor aber einen nicht unwesentlichen Teil ihrer Blätter. Jetzt steht sie neben meinem Computer und schaut mich unentwegt klagend an. Ja, ich habe es verstanden, Vicodin. Beim nächsten Urlaub kommst Du zu ner Freundin.

Leave a Reply

     

Alle gewinnen oder keiner verliert Entdecke unsere Projekte